Nach langen Vorüberlegungen, die bis in den Beginn der 80er Jahre zurückreichen, wurde am 31. August 1993 von geschichts- und heimatbewussten Bürgern der Verein „Heimatmuseum Seckenheim e.V.“ gegründet. Zweck des Vereins ist die Förderung der ortsgeschichtlichen Kenntnisse in Forschung und Brauchtum und die Sammlung der materiellen Überlieferung. Die Veranstaltungen und die Sammeltätigkeit des Vereins weckten ein große Echo in der Öffentlichkeit, sodass man bald daran denken musste, die Ausstellungsräume zu gewinnen. 1995 konnten in der Kloppenheimer Straße 20, der alten „Ewergass“, die Museumsräume in Gestalt eines originalen Bauernhofes erworben werden. Dieses rund 150 Jahre alte Gehöft umfasst eine ganze Hofreite mit dem zweieinhalbgeschossigen Wohnhaus, den Ställen, dem „Gesindeteil“, den Remisen, einem großen Gewölbekeller und seitlichen, mehrgeschossigen Schuppen. Die Verbindung der beiden Flügel wurde durch einen scheunenartigen Querbau aus Originalmaterial hergestellt. Insgesamt wurden so ca. 1000 m2 Ausstellungsfläche gewonnen, in denen man auch schwere Geräte unterbringen kann.

Seckenheim in der Geschichte Seckenheim, 766 im Lorscher Codex zum ersten Mal urkundlich erwähnt, ist, wie archäologische Funde beweisen, eine fränkische Gründung aus der Merowingerzeit des 6. Jahrhunderts. Bereits 823 wird seine Kirche als „Über dem Neckar“ befindlich erwähnt, was eine gewisse Größe des Dorfes voraussetzt. Das Kloster Lorsch, das rund ein Viertel der Gemarkung besaß, hatte die Orts- und Kirchenherrschaft bis ins 13. Jahrhundert inne. 1247 geriet der Lorscher Besitz und damit ganz Seckenheim in die Hände der Pfalzgrafen. Seckenheim blieb bis zur Aufteilung der Kurpfalz 1803 pfälzisch. Dann fiel es zusammen mit der rechtsrheinischen Kurpfalz an Baden. 1930 wurde Seckenheim nach Mannheim eingemeindet. Die große Gemarkung zwischen Neckar und Rhein, bis 1913 gehörte Rheinau zu  Seckenheim, gestattete den Anbau von Feldfrüchten aller Art und eine große Viehzucht, u.a. auf dem Seckenheimer Ried, das ursprünglich bis über den Rhein reichte. Seit dem Ende des 30jährigen Krieges wird in Seckenheim Tabak angebaut, und es wurde mit diesem Handelsgewächs immer ein großer Gewinn erzielt. Das erklärt den Reichtum des Dorfes, der sich in seinen stattlichen Höfen zeigte. Bis in die Gegenwart spielt der Tabakanbau eine große Rolle im Dorfleben.